Betriebe verschlafen demografischen Wandel

 Altersgerechtes Arbeiten – flexibler Ausstieg

Eine Umfrage unter Betriebsräten der IG Metall zeigt: Die Beschäftigten wollen altersgerechte Arbeit. Doch die Arbeitgeber bieten zu wenig an. Die Unternehmen bleiben damit – gemessen an ihren eigenen Versprechen – in der Pflicht. Altersgerechte Arbeitsplätze sind Mangelware. Und: Es gibt kaum Beschäftigte im rentennahen Alter in den Betrieben. Dies zeigt eine neue Umfrage der IG Metall, an der sich über 3700 Betriebsratsvorsitzende beteiligt haben. Die IG Metall hat heute die Umfrage in Berlin vorgestellt.

Demnach sind derzeit in den Betrieben nur 3,8 Prozent der Beschäftigten über 60 Jahre, davon gerade ein Prozent über 63 Jahre alt. Die Gründe dafür liegen nach Einschätzung der Betriebsräte vor allem an den Arbeitsbedingungen. 79 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Beschäftigten das gesetzliche Rentenalter nicht gesund erreichen können.

Keine alternsgerechte Konzepte in den Betrieben

Nicht einmal jedes dritte Unternehmen betreibt eine mittelfristige Personalplanung, die den demografischen Wandel berücksichtigt. „Unter solchen Bedingungen auf der Rente ab 67 zu beharren oder öffentlich über weitere Anhebungen der Regelaltersgrenzen zu spekulieren, ist im eigentlichen Wortsinn „a-sozial“ und verantwortungslos“, sagt Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied und Sozialexperte der IG Metall. „Hier gibt es eine eklatante Diskrepanz zwischen öffentlicher Debatte und betrieblicher Praxis.“

Die Befragung belegt, dass nur 21 Prozent der Betriebe über Angebote verfügt, die den Beschäftigten einen Ausstieg vor dem Eintritt des gesetzlichen Rentenalters ermöglichen.

 Quelle: IG-Metall

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