Gefährdungsbeurteilung

In jeder Fachpublikation der Berufsgenossenschaften oder Arbeitsschutzbehörden wird das Instrument der Gefährdungsbeurteilung in Ablaufplänen und Umsetzungsempfehlungen vorgestellt und erläutert.

Gefährdungsbeurteilung ist das wichtigste Instrument zur Festlegung von Maßnahmen im Arbeitsschutz.

Gefährdungsbeurteilung  ist gem. §§ 5, 6 ArbSchG für jeden Arbeitgeber verpflichtend durchzuführen. Die Schwierigkeit besteht darin, dass  es keine festen Regeln gibt, auf welche Art und Weise eine Gefährdungsbeurteilung im konkreten Einzelfall eines Unternehmens durchzuführen ist.

Klar ist, durch eine systematische Gefährdungsbeurteilung können Arbeitgeber frühzeitig Gefährdungen für ihre Beschäftigten aufdecken, notwendige Schutzmaßnahmen ergreifen und somit die Wirtschaftlichkeit in ihren Unternehmen nachhaltig sichern.

Eine Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung ist insbesondere für den Arbeitgeber deshalb wichtig, um seine gesetzliche Pflicht und sein Bemühungen nachzuweisen im Arbeitsschutz alles Erforderliche getan zu haben. Anderenfalls drohen Regress- und / oder Schadenersatzansprüchen, wenn trotz aller Ihrer Bemühungen ein Arbeitsunfall passiert oder eine von ihnen beschäftigte Person berufsbedingt erkrankt.

In einem Urteil aus 2008 stellt das Bundesarbeitsgericht (BAG, Urteil vom 12. August 2008 – 9 AZR 1117/06) für die Gefährdungsbeurteilung klar, dass Arbeitnehmer  gem. § 5 Abs. 1 ArbSchG i. V. m. § 618 Abs. 1 Satz 1 BGB einen bürgerlich-rechtlichen Anspruch darauf haben, dass ihr Arbeitgeber eine Gefährdungsbeurteilung durchführt.

Arbeitnehmern haben bei Arbeitsunfällen einen einklagbaren Schadenersatzanspruch bei nicht oder nicht ordnungsgemäß durchgeführten Gefährdungsbeurteilung durch den Arbeitgeber.

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