Formen psychischer Belastungen

Die folgenden 3 Formen psychischer Belastungen können unterschieden werden.

  1. Stress
  2. Psychische Ermüdung
  3. Ermüdungsähnliche Zustände
    1. Monotonie
    2. Herabgesetzte Wachsamkeit (Vigilanz)
    3. Psychische Sättigung

1. Stress?

Stress ist ein subjektiver Zustand, der aus der Befürchtung entsteht, dass eine stark abgelehnte, zeitlich nahe und subjektiv lang andauernde Situation wahrscheinlich nicht vermieden werden kann. Dabei erwartet die Person, dass sie nicht in der Lage ist, die Situation zu beeinflussen oder durch Einsatz von (eigenen) Ressourcen zu bewältigen.Das führt zu einem „Ungleichgewicht von Anforderung und verfügbaren Mitteln, um sie zu bewältigen. Körper und Geist reagieren darauf mit der Bereitstellung eines Höchstmaßes an Energie, je nachdem wie der auslösende Stressor und die individuellen Bewältigungsmöglichkeiten in der Stresssituation bewertet wird. … Chronischer Stress führt zu körperlichen oder seelischen Erkrankungen.“

2. Psychische Ermüdung

Psychische ERmüdung ist die „vorübergehende Beeiträchtigung“ der körperlichen und/oder psychischen Leistungsfühigkeit.  „Die Betroffenen müssen sich immer mehr anstrengen, um die geforderte Leistung zu erbringen. Sie fühlen sich müde und erschöpft. Fehler nehmen zu und die Qualität der Arbeit leidet darunter. Ermüdung entsteht bspw. durch überlange Arbeitszeiten, Nacht- und Schichtarbeit und zu wenig Pausen. Auch hoher Verantwortungsdruck und Informationsüberflutung kann dazu führen. Wenn sich Belastung und Erholung über längere Zeit nicht die Waage halten, kommt es zu chronischer Ermüdung. Wer ständig am Rand der Erschöpfung lebt, riskiert ernsthaft und chronisch krank zu werden.“

Je nach Ermüdung verändert sich Leistung und Befinden.

Quelle: baua, Stress, psychische Ermüdung, Monotonie, psychiosche Sättigung, G. Richter, Seite 6

Gegenstrategien zur Verminderung der Ermüdung:

  • Die Intensität und Dauer der Arbeitsbelastung reduzieren
  • Die Verteilung der Arbeitszeit z.B. durch die Einführung von Kurzpausen verändern. Mehrarbeit bzw. Überstunden durch Freizeitausgleich kompensieren.
  • Nacht- und Schichtarbeit nach arbeitswissenschaftlich gesicherten Erkenntnissen gestalten

3. Ermüdungsähnliche Zustände?

Darunter leiden Menschen, die abwechslungsarme Tätigkeiten ausführen. Die o. g. Norm unterscheidet drei Arten:

  1. Monotonie
  2. herabgesetzte Wachsamkeit und
  3. psychische Sättigung.

3.1. Monotonie

„Der Zustand der Monotonie entsteht durch langandauernde, einförmige und sich wiederholende Arbeitsaufgaben. Das menschliche Arbeitsvermögen ist qualitativ unterfordert. Monotonie geht häufig mit Schläfrigkeit, Müdigkeit, Leistungsabfall und -schwankungen einher.“ (DIN 33405)

 Beispiele für Gegenmaßnahmen:

  • Mehr Abwechslung in die Tätigkeit bringen (z. B. durch Job Rotation)
  • Arbeitsinhalte erweitern (z. B. durch „Job Enlargement“) oder anreichern (z.B. durch „Job Enrichment“)
  • Kommunikations- und Partizipationsmöglichkeiten der Beschäftigten fördern
  • Arbeitsumgebung ergonomisch gestalten“

Quelle: baua, Stress, psychische Ermüdung, Monotonie, psychiosche Sättigung, G. Richter, Seite 9

3.2. Herabgesetzte Wachsamkeit (Vigilanz)

„Sie tritt vorwiegend bei abwechslungsarmen Beobachtungstätigkeiten (z. B. Anlagenüberwachung) auf. Je länger diese Arbeit dauert und je seltener aktive Eingriffe verlangt werden, desto massiver entsteht dieser Zustand.

Beispiele für Gegenmaßnahmen:

  • Passive Beobachtungstätigkeiten zeitlich begrenzen
  • Erholungspausen einführen oder andere Aufgaben zuteilen, die Aktivität erfordern
  • Technische Arbeitmittel ergonomisch gestalten

3.3. Psychische Sättigung

Dies kennzeichnet einen Zustand der Nervosität und Unruhe sowie der Ablehnung einer sich wiederholenden Tätigkeit oder Situation. Es herrscht das Gefühl des „Auf-der-Stelle-Tretens“ oder des „Nicht-weiter-Kommens“. Weitere Symptome sind Empfindungen von Ärger und Überdruss sowie die Tendenz sich zurückzuziehen. Deutlicher Leistungsabfall ist die Folge.

Beispiele für Gegenmaßnahmen:

  • Möglichkeiten zur Rückmeldung über die geleistete Arbeit schaffen
  • Transparenz in den Arbeitsablauf bringen, um so das Bewusstsein für den Sinn der eigenen Tätigkeit im Gesamtzusammenhang zu stärken
  • Für mehr Chancen zu Mitsprache und Beteiligung der Beschäftigten sorgen

Langfristige Folgen psychischer Belastungen

Häufig beeinträchtigende Beanspruchungen im Arbeitsprozess können langfristig zu gesundheitlichen Beschwerden und Krankheiten führen. Auftreten können bspw.

  • Herz-/Kreislauferkrankungen
  • Magen- und Darmbeschwerden und – erkrankungen
  • Muskel- und Skeletterkrankungen
  • psychische Störungen (z.B. Depressionen, Neurosen, Nervosität, Angstzustände, Konzentrationsstörungen, Suchtverhalten u. a.)
  • Hörsturz
  • ein schwaches Immunsystem (begünstigt Infektionskrankheiten wie Erkältungen aber auch Krebs).
  • Auch Kopf- und Migräneattacken sowie Rückenschmerzen können auf psychische Fehlbelastung zurückgehen.“

Die Norm DIN EN ISO 10075-1 definiert psychische Belastungen als die von außen auf die Psyche einwirkenden Faktoren. Diese ergeben sich aus den Arbeitsbedingungen.

Quelle: ergo-online, Gesellschaft Arbeit und Ergonomie – online e.V.

Quelle: baua, Stress, psychische Ermüdung, Monotonie, psychiosche Sättigung, G. Richter, Seite 3  link

Seminar zu diesem Thema: Psychische Belastungen am Arbeitsplatz

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