Burnout: Krankheitshäufigkeit

Die Prävalenzeinschätzung des Burnout-Syndroms ist schwierig, da der Begriff selbst noch nicht eindeutig definiert ist. Solange es nicht klar ist, wie ein Burnout-Syndrom zu bestimmen ist, werden die Prävalenzraten prinzipiell unbestimmbar sein.

Die allgemeine Prävalenz des Burnout-Syndroms in den jeweiligen  westlichen Industrienationen wird in der Literatur trotzdem auf 4-10 % geschätzt. In einzelnen Berufgruppen schwankt die Krankheithäufigkeit sehr stark. Einige Studien berichten gar von inflationären Krankheithäufigkeiten von bis zu 82 %.

Eine neuere Studie der Krankenkassen hat bei der Untersuchung der Krankmeldungen von mehr als 10 Millionen AOK-versicherten Arbeitnehmern entdeckt, dass die Zusatzdiagnose Z 73 von behandelnden Ärztinnen und Ärzten zunehmend erwähnt wird. Unter der ICD Zusatzdiagnose Z 73 („Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“) wird „Ausgebranntsein“ explizit erwähnt.

Auf dieser Basis schreiben die Autoren:

Zwischen 2004 und 2010 haben sich…die 8,1 Arbeitsunfähigkeitstage je 1.000 AOK-Mitglieder auf 72,3 Tage nahezu um das 9-fache erhöht….Knapp 100.000 Menschen mit insgesamt mehr als 1,8 Millionen Fehltagen wurden danach im Jahr 2010 wegen eines Burnouts krankgeschrieben.“ [1]

Das ergibt eine steigende jährliche Prävalenzrate von zurzeit 1 %. Am stärksten betroffen sind die Berufe Sozialpädagoge, Telefonist, Sozialarbeiter sowie Krankenpfleger und Krankenpflegerhelfer (jeweils beiderlei Geschlechts). Die Krankheithäufigkeit eines Burnout-Syndroms ist nach dieser Studie höher bei Frauen und steigt mit zunehmendem Alter.

 


[1] Meyer M. Pressemitteilung vom 19.4.2011 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK WIdO „Burnout auf dem Vormarsch“. 2011.

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